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Diabetische Retinopathie

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Die degenerative Schädigung der Netzhaut ist eine häufige Folgeerkrankung des Diabetes. Bei erfolgreicher Früherkennung können schwere Sehbeeinträchtigungen oder im schlimmsten Fall sogar die Erblindung verhindert werden.

Die diabetische Retinopathie ist bei Personen im erwerbsfähigem Alter die häufigste Erblindungsursache in den Industriestaaten. Allein in Deutschland leben momentan ca. 15.000 Personen, die auf Grund eines Diabetes erblindet sind (Quelle: Hörle S, Grüner F, Kroll P: Epidemiologie diabetischer Erblindungen – eine Übersicht. Klin Monatsbl Augenheilkd 2002; 219(11): 777–84).

Bei der diabetischen Rethinopathie muss in die Form der nichtproliferativen Retinopathie und der proliferativen Retinopathie unterschieden werden.

Die erste Form ist die nichtproliferative Retinopathie.

Bei der nichtproliferativen Retinopathie beschränken sich die Gefäßveränderungen auf die Netzhaut und es bestehen meist keine Beeinträchtigungen der Sehleistung.

Die nichtproliferativen Retinopathie kann in drei Formen eingeteilt werden:

  • leichte Form: hier kommt es zu Aussackungen der Haargefäße der Netzhaut

  • mäßige Form: bei dieser Form kommt es zu einzelnen Einblutungen in die Netzhaut, die Venen verformen sich zu der für diese Krankheit typischen perlenschnurartigen Form

  • schwere Form: wenn mehr als 20 Einblutungen in die Netzhaut in 4 Quadranten oder perlenschnurartige Venen in 2 Quadranten der Netzhaut vorliegen, so spricht man von einer schweren Form (die Netzhaut wird zur Diagnose-Stellung in vier Quadranten unterteilt)

Als zweite Form ist die proliferative Retinopathie zu nennen.

Bei der proliferativen Retinopathie, welche nicht in einzelne Formen unterschieden wird, bilden sich als Folge einer Minderdurchblutung nur schwach entwickelte Blutgefäße. Durch diese Gefäßneubildungen versucht der Körper die Minderversorgung auszugleichen, was allerdings erfolglos bleibt. Diese minderwertigen Gefäße besitzen nur schwache Gefäßwände, dadurch kommt es zu Einblutungen, zum Beispiel in den Glaskörper. Dies führt zu starken Sehbeeinträchtigungen. Eine weitere Problematik ist, dass diese neuen Gefäße narbig zusammenschrumpfen, dadurch einen Zug auf die Netzhaut ausüben und es somit zur Netzhautablösung kommt.

Bei der diabetischen Retinopathie kommt es zu einer nachhaltigen Schädigung der kleinen Blutgefäße. Bei dem Grad der Störung ist die Dauer der Diabetes‒Erkrankung ein wichtiger Faktor, je länger ein Patient erkrankt ist, umso ausgeprägter ist die diabetische Retinopathie. So sind bei einem Diabetiker des Typ I nach 20 Jahren durchschnittlich 95 Prozent der Netzhaut nachhaltig geschädigt, beim Typ II sind es im selben Zeitraum 60 Prozent.

Die Auslöser für die Entstehung dieser Netzhautschädigungen liegen oft an einem hohen Blutzuckerspiegel, erhöhtem Blutdruck, hormonelle Umstellung (wie Wechseljahre, Schwangerschaft) und einem hohen Bluttfettspiegel.

Oftmals bleibt eine diabetische Retinopathie anfangs völlig unbemerkt, Symptome prägen sich erst in späteren Stadien aus. Erste Anzeichen sind dann verschwommenes oder unscharfes Sehen, später kommen dunkle Flecken oder rote Schleier im Gesichtsfeld hinzu. Kommt es zu Einblutungen in den Glaskörper treten plötzlich schwarze Punkte in Erscheinung.

Kommt es zu einer Netzhautablösung, wie in der proliferativen Retinopathie beschrieben, sieht der Patient Lichtblitze und Rußregen, wenn dabei der Teil der Netzhaut betroffen ist auf der die Makula liegt, sieht der Patienten wie durch einen “dunklen Schleier”. Dies kann bis zur kompletten Erblindung führen.

Damit es nicht diesen dramatischen Verlauf nimmt, ist eine Früherkennung wichtig. Durch eine Augenspiegelung kann der Augenarzt Netzhautveränderungen früh diagnostizieren. Eine frühst-mögliche Erkennung ist wichtig, da bereits entstandene Netzhautschäden nicht wieder rückgängig gemacht werden können.

Durch eine Laserbehandlung, der Laserphotokoagulation, wird die Neubildung von minderwertigen Gefäßen aufgehalten und undichte Stellen (dort wo es zu Einblutungen kommt) werden gezielt verschlossen. Eine Verschlechterung der diabetischen Retinopathie kann durch diese Behandlungsmethode bei jedem zweiten Betroffenen verhindert werden.

Zur Vorbeugung gilt es regelmäßige Voruntersuchungen beim Augenarzt durchführen zu lassen und eine gesunde Lebensweise zu praktizieren. Das bedeutet, achten Sie auf Ihre Blutzucker- und Blutfettwerte und treiben Sie regelmäßig Sport, um einen guten Blutdruck zu erhalten.

Wir helfen Ihnen den richtigen Augenarzt zu finden: besuchen Sie die imedo-Arztsuche und vereinbaren Sie Ihren Termin zur Vorsorgeuntersuchung.


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