Eine Netzhautablösung (lateinisch Ablatio retinae oder Amotio retinae) ist eine gefährliche Augenkrankheit, die schnellstmöglich von einem Augenarzt behandelt werden muss. Zwar ist sie relativ selten, aber da sie schnell zur Erblindung führen kann, darf sie nicht unterschätzt werden.
Was geschieht bei einer Netzhautablösung?
Der innere Teil der Netzhaut, die Neuroretina, ist mit dem retinalen Pigmentepithel verbunden, welches für dessen Stoffwechsel verantwortlich ist. Auch entsorgt das Epithel beispielsweise abgestorbene Fotorezeptoren und absorbiert übermäßiges Licht. Wenn sich die Neuroretina davon ablöst, hat das teilweise gravierende Auswirkungen. So eine Ablösung kann verschiedene Ursachen haben.
- Beispielsweise kann bei der „rhegmatogenen“ Netzhautablösung durch eine Glaskörperabhebung ein Zug auf die Netzhaut entstehen, der diese zum Reißen bringt. Dann gelangt Flüssigkeit zwischen die beiden Schichten und der Sog, der diese zusammen hält, verliert seine Wirkung. Auch durch manche Krankheiten kann eine Ablösung verursacht werden.
- Bei dieser „traktiven“ Netzhautablösung bilden sich auf der Retina Bindegewebsmembranen, die irgendwann schrumpfen und somit einen Zug ausüben.
- Eine weitere Möglichkeit ist die „exsudative“ Netzhautablösung durch eine Ablagerung von Flüssigkeit zwischen den Schichten, zum Beispiel wegen eine Entzündung oder wenn das Pigmentepithel in seiner Funktion als Pumpe eingeschränkt ist.
- Auch Tumore können Verursacher einer Netzhautablösung sein.
Begünstigt werden diese Faktoren durch Kurzsichtigkeit, Diabetes mellitus, einen Tumor oder eine kürzlich vorgenommene Katarakt-operation. Gerade im Alter ist es wichtig, sich bei diesen Vorbedingungen öfter einer präventiven Untersuchung bzw. Früherkennung zu unterziehen!
Wie zeigt sich eine Netzhautablösung und was kann man dagegen tun?
Da bei einer Netzhautablösung eine schnelle Behandlung von höchster Wichtigkeit ist, sollte man die Symptome kennen, um im Ernstfall schnell zu reagieren. Die Symptome können auch schon vor einer Ablösung auftreten, so zum Beispiel Lichtblitze, in der Fachsprache Photopsien genannt, bei schnellen Bewegungen. Diese fallen den Betroffenen gerade im Dunkeln auf und werden durch einen an der Netzhaut ziehenden Glaskörper ausgelöst. Ein weiteres Symptom ist das Auftreten von schwarzen oder roten Pünktchen im Blickfeld, die Folge von Blutungen einer gerissenen Netzhaut sind. Ist die Netzhautablösung schon eingetreten, wird das Sichtfeld des Betroffenen eingeschränkt, je nachdem wo die Ablösung beginnt. Dies tritt meist nur an einem Auge auf und kann bei fortgeschrittener Krankheit auch zu einem Ausfall der zentralen Sehschärfe führen. All dies geschieht jedoch schmerzfrei! Trotzdem sollte man sich schnell einer Behandlung unterziehen. Ist die Netzhaut nämlich zu lange von ihrer Versorgung abgeschnitten, kann sie dauerhaft Schaden nehmen, was zur langfristigen Erblindung des Auges führen kann.
Behandlung einer Netzhautablösung
Um eine Netzhautablösung zu behandeln, wird meist ein operativer Eingriff vorgenommen. Es gibt verschiedene Varianten, wie etwa das Einbringen eines Gasgemisches, welches die Retina wieder an das Pigmentepithel anlegt oder eine Laserbehandlung. Bei dieser werden in der noch unbeschädigten Netzhautgegend Narben verursacht, die die beiden Schichten fest miteinander verbinden und somit die Ausweitung der Ablösung aufhalten. Mit Hilfe einer Plombe gibt es auch die Möglichkeit, ein schon bestehendes Loch zu schließen. Für genauere Informationen sollten Sie aber auf jeden Fall einen Arzt ansprechen, da sich die Behandlungsmethoden auch nach der Ursache der Netzhautablösung richten!
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