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Wie bereits angedeutet, können nach refraktiver Chirurgie verschiedene subjektive Sehbeeinträchtigungen auftreten. Hierzu gehören Sehbeeinträchtigungen wie Halos (Lichthöfe), Doppelbilder (Ghosting), Kontrastverlust (Schleiersehen), Starburst und Glare (Blendung) => Bildersektion).
In diesem Zusammenhang sind auch die hieraus resultierenden psychischen Probleme zu nennen, da man an einem gesunden Auge eigenverantwortlich eine Operation riskiert hat, für die es keine zwingende medizinische Notwendigkeit gab. Aufgrund der hohen Erfolgsquote dieser Operation, der hohen Kommerzialisierung und der entsprechend einseitigen, euphorischen Darstellung in den Medien (z.B. Printmedienberichte FOCUS 47/99, MAX 6/00) fühlen sich die Geschädigten diskriminiert. Inzwischen ist die Berichterstattung in den Medien etwas kritischer geworden.
Schon jetzt warnen Experten davor, daß aufgrund der starken und auch positiv zu bewertenden Wachstumsrate der refraktiven Chirurgie ihr Problempotenzial unterschätzt wird. [11]
Hinzu kommt, dass aufgrund der räumlichen Distanz der Betroffenen sowie der Spezialisten kein akzeptabler Anlaufpunkt für gemeinsame Diskussionen, eine spezielle psychologische Beratung und auf die Folgen der refraktiven Chirurgie zugeschnittene medizinische Betreuung existiert. Insbesondere der letzte Punkt verursacht für den Patienten enorme selbst zu tragende Kosten, da spezielle Behandlungsmöglichkeiten lediglich in wenigen, weit entfernten Behandlungszentren existieren.
Mit diesem Projekt möchten wir dem Nutzer vor dem Eingriff eine sachliche Information über refraktiv-chirurgische Operationen ermöglichen sowie nach dem Eingriff – vor allem bei suboptimalen Ergebnissen – Hilfe offerieren. Hierbei sehen wir eine geeignete Möglichkeit, den Kontakt von Geschädigten untereinander aber auch zu Hilfe bietenden Personen und Einrichtungen zu fördern. Ein entsprechendes Konzept wurde in den USA mit großem Erfolg realisiert Vision Surgery Rehab Network.
Statistik LASIK Operationen Deutschalnd, Europa, USA
Einschätzung
Durch Analyse statistischer Daten ist davon auszugehen, dass die Anzahl refraktiv chirurgischer Eingriffe in den nächsten Jahren stark zunehmen wird.
Trotz der relativ hohen Erfolgsquote derartiger Operationen wird es immer ein nicht auszuschließendes Restrisiko für fehlerhafte Eingriffe geben, d.h. die Anzahl der Geschädigten wird ebenfalls stark ansteigen. Durch eine objektive Aufklärung vor dem Eingriff (und keiner Werbeveranstaltung) soll der “Patient” die Möglichkeit haben, für sich einzuschätzen, ob er dieses Risiko tragen will oder nicht. Aus inhaltlicher Sicht ist es absolut notwendig, entsprechende Aufklärungsarbeit zu leisten, denn hier herrscht ein deutliches Informationsdefizit.
Folgende Kooperationsmöglichkeiten sollen im Rahmen des Projektes berücksichtigt werden:
Kooperation mit Patienten und Betroffenen
Mitarbeit weiterer Sympathisanten und Betroffener an der Internetplattform bzw. im operationauge.de und Aufzeigen konkreter Lösungsmöglichkeiten.
Kooperation mit Augenoptikern/Kontaktlinsenspezialisten
Inzwischen hat man die Erfahrung gemacht, daß spezielle Brillengläser bzw. Kontaktlinsen die genannten visuellen Nebeneffekte vermindern bzw. in Einzelfällen sogar beseitigen können. Augenoptiker und deren Verbände die hierbei helfen können, sollten mit uns zusammenarbeiten.
Kooperation mit refraktiven Chirurgen
Verantwortungsvolle Chirurgen sollen dem Wohle des Patienten dienen und mit ihrer Fachkompetenz sichere Lösungsmöglichkeiten und zukünftige Entwicklungen aufzeigen. Bei Themen wie z.B.: Spezialisten für Nachkorrekturen zur Behebung von Komplikationen, statistischen Erhebungen oder Qualitätsmanagement streben wir eine Zusammenarbeit mit refraktiven Chirurgen und deren Verbänden Kommission Refraktive Chirurgie etc. an.
Mehrere Mitglieder mit Komplikationen nach LASIK, LASEK, PRK konsultierten auf der Suche nach einem Spezialisten, der diese Probleme beheben kann, verschiedene Ophthalmochirurgen. Als herausragend zeigten sich Matthias Maus aus Köln, Prof. Dr. M.C. Knorz aus Mannheim und Prof. Dr. T. Kohnen aus Frankfurt/Main
Kooperation mit Augenärzten
Augenärzte sollen in Zukunft die refraktiv-chirurgischen Aktivitäten ihrer Kollegen kritischer beobachten und sich der Problematik stellen.
Kooperation mit Psychologen
Wenn es nach dem Eingriff zu Sehbeeinträchtigungen kommt, machen viele Geschädigte die Erfahrung, daß man ihre Beschwerden nicht ernst nimmt. Oft werden somit psychische Krisen hervorgerufen, in denen die Betroffenen nachhaltig auf professionelle Hilfe angewiesen sind. Hier wäre es wichtig mit spezialisierten Psychologen u. deren Verbänden zu kooperieren, um diesbezüglich entsprechende Unterstützung anbieten zu können.
Kooperation mit Medien
Wir erhoffen zukünftig eine objektivere Darstellung der Chancen und Risiken von refraktiver Chirurgie in den Medien. Unserer Meinung nach müssen sich die Medien diesbezüglich ihrer Verantwortung stärker bewußt und entsprechende Beiträge zum Thema refraktive Chirurgie besser recherchiert werden. Einen kritischen Bericht sendete Monitor am 9. Oktober 2003 “Gefährliche Augenoperationen – Die Mängel der Lasertechnik”
Kooperation mit Krankenversicherungen
Wenn nach refraktiver Chirurgie Komplikationen auftreten, kann dies für die Krankenkassen ein Kostenfaktor sein. Wenn Patienten Kostenvoranschläge lt. GOA bei der Krankenversicherung eingereichen, muss spätestens an diesem Punkt auf Webseiten wie operationauge.de hingewiesen werden.
Kooperation mit staatlichen Institutionen
Es wäre im Interesse des Allgemeinwohls, wenn staatliche Institutionen resp. das Bundesgesundheitsministerium analog der Vorgehensweise der amerikanischen Food and Drug Administration eine Kontrollfunktion bezüglich der genannten Probleme ausüben würden. In diesem Zusammenhang sollte bspw. von staatlicher Seite eine ausreichende Überwachung bzw. Überprüfung der im Rahmen der refraktiven Chirurgie eingesetzten Lasergeräte resp. Diagnostik erfolgen.
Kooperation mit spezialisierten Rechtsanwälten
Manche Betroffene sind so geschädigt, daß sie es mit den eigenen finanziellen Ressourcen kaum schaffen, die vielleicht notwendig werdenden Nachbehandlungen oder Spezialanpassungen von besonderen Kontaktlinsen zu bezahlen. Schlimmstenfalls kann es durch irreparable, unkorrigierbare Sehprobleme nach refraktiver Chirurgie zu beruflichen u. privaten Einschränkungen kommen. Nicht zuletzt im Hinblick darauf kann es manchmal von großer Bedeutung sein, Ansprüche an den behandelnden Arzt durchzusetzen, weshalb angestrebt ist in Zukunft auch die Kooperation mit Juristen u. deren Verbänden zu forcieren. Allgemein sind in diesem Zusammenhang zahlreiche juristische Fragen zu klären.
[1] Pop M. Photorefractive Keratectomy Versus Laser In Situ Keratomileusis. Ophthalmology 2000;107:251-25
[2] Sekundo W et al. Six-year follow-up of laser in situ keratomileusis for moderate and extreme myopia using a firstgeneration excimer laser and microkeratome. J Cataract Refract Surg 2003;29:1152-1158
[3] Hersh PS, Fry KL. Bishop DS. Incidence and associations of retreatment after LASIK. Ophthalmology. 2003 Apr;110(4):748-54.
[4] Pop M, Payette Y. Risk Factors for Night Vision Complaints after LASIK for Myopia. Ophthalmology 2004;111: 3-10
[6] Tabbara KF, Kotb AA. Risk factors for corneal ectasia after LASIK. Ophthalmology. 2006 Sep;113(9):1618-22.
[7] Rabinowitz YS. Ectasia after laser in situ keratomileusis. Curr Opin Ophthalmol. 2006 Oct;17(5):421-6.
[8] Randleman JB. Post-laser in-situ keratomileusis ectasia: current understanding and future directions. Curr Opin Ophthalmol. 2006 Aug;17(4):406-12.
[9] Klein SR, Epstein RJ, Randleman JB, Stulting RD. Corneal ectasia after laser in situ keratomileusis in patients without apparent preoperative risk factors. Cornea. 2006 May;25(4):388-403.
[11] Alio JL et al. (2000) Journal of Refractive Surgery 16, 523.
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